
Adware: Die nervigen blinden Passagiere auf Ihrem PC
Sie wollen nur kurz das Wetter checken, aber plötzlich öffnen sich drei Pop-ups mit Casinowerbung. Ihre Startseite ist nicht mehr Google, sondern "MySearch123". Ihr neuer Laptop fühlt sich an wie eine alte Schreibmaschine. Die Diagnose ist fast immer: Adware.
Kurz für "Advertising-Supported Software", ist Adware der lästige kleine Bruder von echten Viren. Sie zerstört selten Ihr System – aber sie raubt Ihnen den Nerv und Ihre Privatsphäre.
Wie kommt Adware auf meinen Rechner?
Die meisten Nutzer installieren Adware selbst – ohne es zu wissen. Das Stichwort heißt "Bundling" (Bündelung).
- Sie laden ein kostenloses Programm herunter (z. B. einen PDF-Converter oder Video-Player).
- Im Installations-Menü klicken Sie schnell auf "Weiter, Weiter, Weiter".
- Im Kleingedruckten stand aber: "Ja, ich möchte auch die Tolle-Spar-Toolbar installieren."
- Zack, die Adware ist drauf.
Profi-Tipp: Wählen Sie bei Installationen immer "Benutzerdefiniert" (Custom Install). Dort können Sie die Haken für Zusatzsoftware entfernen.
Die drei Gesichter der Adware
Nicht jede Werbesoftware ist gleich. Wir unterscheiden drei Kategorien:
1. Legale Adware (Das notwendige Übel)
Kostenlose Apps auf dem Handy finanzieren sich oft durch Werbebanner. Das ist nervig, aber solange Sie zugestimmt haben und die App funktioniert, ist es (meistens) harmlos.
2. PUPs (Potenziell Unerwünschte Programme)
Hier beginnt die Grauzone. Diese Programme installieren Toolbars, ändern Ihre Suchmaschine oder zeigen Coupons an, die Sie nie wollten. Sie sind technisch gesehen keine Viren, verhalten sich aber aggressiv und lassen sich schwer entfernen.
3. Bösartige Adware (Spyware-Hybrid)
Das ist die gefährliche Variante. Diese Programme dienen nur dazu, Ihren Browser-Verlauf auszuspionieren, Passwörter abzugreifen oder Sie auf verseuchte Webseiten umzuleiten. Hier verschwimmt die Grenze zur Malware.
Symptome: Ist mein PC infiziert?
Achten Sie auf diese Warnsignale:
- Der Browser ist langsam: Seiten laden ewig, weil im Hintergrund Werbeskripte laufen.
- Die Startseite hat sich geändert: Statt Google sehen Sie plötzlich eine seltsame Suchmaschine (z. B. Ask, Conduit, Babylon).
- Text wird zu Links: Normale Wörter auf Webseiten (wie "Auto" oder "Reise") sind plötzlich unterstrichen und führen zu Werbung.
- Nicht schließbare Fenster: Pop-ups tauchen auf, selbst wenn kein Browser offen ist.
So werden Sie Adware wieder los (In 3 Schritten)
Adware klammert sich oft tief im System fest. Einfaches Löschen reicht meist nicht.
Schritt 1: Deinstallation
Gehen Sie in die Systemsteuerung (Windows) oder Programme (Mac). Sortieren Sie die Liste nach Installationsdatum. Sehen Sie Programme, die Sie an dem Tag installiert haben, als die Probleme anfingen? Weg damit!
Schritt 2: Der spezialisierte Scanner
Normale Antiviren-Programme übersehen Adware oft, weil sie "grau" und nicht "schwarz" ist. Nutzen Sie Spezial-Tools wie AdwCleaner (von Malwarebytes). Dieses Tool ist kostenlos, muss nicht installiert werden und ist der Goldstandard gegen Adware. Es findet und löscht die "blinden Passagiere" in Minuten.
Schritt 3: Browser zurücksetzen
Auch wenn das Programm weg ist, bleiben oft Einstellungen im Browser verändert.
- Chrome/Firefox/Edge: Suchen Sie in den Einstellungen nach "Zurücksetzen" oder "Bereinigen". Damit werden alle Erweiterungen deaktiviert und die Startseite auf Standard gesetzt. (Keine Sorge: Lesezeichen bleiben meist erhalten).
Vorbeugen ist besser als Putzen
Der beste Schutz gegen Adware ist Skepsis.
- Laden Sie Software nur von der Herstellerseite, nie von Drittanbieter-Portalen ("Download-Chip-Installer" etc.).
- Lesen Sie bei der Installation genau, was Sie da anhaken.
- Nutzen Sie einen Adblocker (wie uBlock Origin) im Browser, um versehentliche Klicks auf Fake-Download-Buttons zu verhindern.
Ihr Computer ist Ihr digitales Zuhause – lassen Sie keine Hausierer herein.