Online-Privatsphäre5 Min. LesezeitVeröffentlicht: 1. Januar 2026| Aktualisiert: 9. Februar 2026

Was ist Datentracking? Die totale Überwachung

Erfahren Sie, wie Unternehmen, Websites und Regierungen Ihre Online-Aktivitäten verfolgen und Profile über Sie erstellen.

Was ist Datentracking? Die totale Überwachung

Datentracking: Der Schatten, den Sie nicht sehen

Wenn Sie durch die Stadt laufen, folgt Ihnen niemand mit einem Notizblock. Im Internet ist das anders. Dort werden Sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Jede Suche, jeder Klick, jede Mausbewegung wird aufgezeichnet, gespeichert und verkauft. Datentracking ist das Geschäftsmodell des Internets.

Die Werkzeuge der Spione

Tracker nutzen ein Arsenal an Technologien, um Sie zu identifizieren:

1. Cookies (Der Klassiker)

Kleine Textdateien, die Webseiten auf Ihrem Gerät speichern.

  • Funktion: "Aha, Nutzer ID 12345 ist zurück."
  • Gefahr: "Third-Party-Cookies" erlauben es Werbenetzwerken (wie Google oder Facebook), Sie über tore von verschiedenen Webseiten hinweg zu verfolgen. Sie wissen, dass Sie erst auf einer Nachrichtenseite waren, dann nach Schuhen gesucht haben und jetzt ein Hotel buchen.

2. Tracking-Pixel (Der unsichtbare Spion)

Ein 1x1 Pixel großes, transparentes Bild, das auf Webseiten oder in E-Mails versteckt ist.

  • Einsatz: Besonders beliebt in E-Mail-Newslettern. Sobald Sie die Mail öffnen, wird das Bild vom Server geladen.
  • Was der Absender erfährt: "Empfänger X hat die Mail geöffnet. Um 14:03 Uhr. In Berlin. Auf einem iPhone."

3. Browser Fingerprinting

(Siehe Browser-Fingerprinting ist eine fortgeschrittenere Methode.n anhand Ihrer Hardware-Konfiguration, ganz ohne Cookies.

4. Cross-Device Tracking

Das Schwierigste für Tracker ist der Gerätewechsel. Wie wissen sie, dass der Nutzer am PC derselbe ist wie der am Smartphone?

  • Deterministisch: Sie loggen sich auf beiden Geräten bei Google oder Facebook ein. Verbindung hergestellt.
  • Probabilistisch: Algorithmen raten anhand von IP-Adresse, Standort und Nutzungsverhalten ("Beide Geräte sind jeden Abend im gleichen WLAN").

Was wissen sie über mich? (Die drei Schichten)

  1. Explizite Daten: Das, was Sie eingeben (Name, E-Mail, Adresse).
  2. Implizite Daten: Ihr Verhalten. Wie lange schauen Sie ein Video? Scrollen Sie schnell oder langsam? Worauf klicken Sie?
  3. Inferenz-Daten (Das Profil): Das sind Schlussfolgerungen.
    • Aus "kauft Folsäure" und "sucht nach Kinderwagen" schließt der Algorithmus: Schwangerschaft.
    • Das berühmte Beispiel: Die US-Kette Target wusste anhand des Einkaufsverhaltens vor dem Vater einer Teenagerin, dass diese schwanger war, und schickte ihr Baby-Werbung.

Warum ist das gefährlich?

"Ich habe doch nichts zu verbergen." Doch, haben Sie.

  • Manipulation: Wenn Facebook weiß, dass Sie emotional instabil sind, kann es Ihnen Werbung zeigen, die das ausnutzt (z. B. für Glücksspiel oder Diät-Pillen).
  • Preisdiskriminierung: Wenn der Algorithmus weiß, dass Sie ein teures MacBook nutzen und in einem reichen Viertel wohnen, zeigt Ihnen der Online-Shop vielleicht höhere Preise an.
  • Der Datenhandel: Datenbroker verkaufen Ihre Profile an Versicherungen, Banken oder Arbeitgeber. Das kann Ihre Kreditwürdigkeit oder Jobchancen beeinflussen, ohne dass Sie es je erfahren.

Gegenwehr

Datentracking lässt sich nicht zu 100% abschalten, aber drastisch reduzieren:

  • Nutzen Sie Ad-Blocker (wie uBlock Origin). Sie blockieren nicht nur Werbung, sondern auch die Tracker im Hintergrund.
  • Blockieren Sie Drittanbieter-Cookies in Ihrem Browser.
  • Nutzen Sie datensparsame Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage.

Ihre Daten sind Ihre Währung. Hören Sie auf, sie zu verschenken.