VPNs & sichere Verbindungen5 Min. LesezeitVeröffentlicht: 1. Januar 2026| Aktualisiert: 9. Februar 2026

Was ist eine No-Logs-Richtlinie?

Erfahren Sie, warum eine strikte No-Logs-Richtlinie entscheidend für Ihre VPN-Privatsphäre ist und wie Sie überprüfen können, ob ein Anbieter wirklich keine Aufzeichnungen führt.

Was ist eine No-Logs-Richtlinie?

Die Wahrheit über "No-Logs": Ein Blick hinter die Kulissen

"Wir speichern keine Logs." Dieser Satz steht auf fast jeder VPN-Webseite, vom seriösen Marktführer bis zur dubiosen Gratis-App. Doch was bedeutet das wirklich? Ist es technisch überhaupt möglich, nichts zu speichern? Und warum sollte Sie das interessieren?

In diesem Artikel graben wir tiefer. Wir schauen uns an, was wirklich auf den Servern passiert, und wie Sie die Spreu vom Weizen trennen.

Der Mythos von "Zero Logs"

Technisch gesehen muss jeder Server zumindest für Millisekunden Daten verarbeiten, um sie weiterzuleiten. Ein absolutes "Zero Logs" in Echtzeit ist physikalisch unmöglich – Daten müssen im Arbeitsspeicher (RAM) existieren, um gesendet zu werden.

Die eigentliche Frage ist: Was wird dauerhaft auf die Festplatte geschrieben?

Hier unterscheiden wir drei Kategorien von Daten, die ein Anbieter sammeln könnte:

1. Nutzungs-Logs (Das absolute No-Go)

Dies sind die toxischen Daten. Ein seriöser Anbieter darf diese niemals anfassen:

  • Besuchte Webseiten: Ihr kompletter Browserverlauf.
  • Downloads: Welche Dateien Sie laden.
  • Suchanfragen: Was Sie bei Google oder anderswo eingeben.
  • Inhalte: Der Text Ihrer unverschlüsselten E-Mails oder Chats.

Wenn ein VPN diese Daten speichert, ist es kein Sicherheits-Tool, sondern Spyware.

2. Verbindungs-Logs (Die Grauzone)

Manche Anbieter speichern Metadaten zur "Netzwerkoptimierung". Dazu gehören:

  • Die Start- und Endzeit Ihrer Verbindung.
  • Die Menge der übertragenen Daten (z. B. 5 GB).
  • Die IP-Adresse des VPN-Servers, den Sie genutzt haben.

Solange diese Daten nicht mit Ihrer echten IP-Adresse oder Ihrem Nutzerkonto verknüpft sind, sind sie meist harmlos. Aber: Je weniger hier gespeichert wird, desto besser.

3. Ihre echte IP-Adresse (Der Deanonymisierer)

Das ist der kritische Punkt. Wenn ein Anbieter Ihre echte Heim-IP-Adresse neben einem Zeitstempel speichert, kann jede Behörde (oder jeder Hacker mit Zugriff) Ihre Online-Aktivitäten exakt zu Ihnen zurückverfolgen. Ein echtes No-Logs-VPN speichert Ihre Quell-IP zu keinem Zeitpunkt.

Die "Eyes"-Allianzen: Wer schaut zu?

Es reicht nicht, dem Anbieter zu vertrauen. Man muss auch wissen, wo er sitzt.

  • 5 Eyes, 9 Eyes, 14 Eyes: Dies sind internationale Geheimdienst-Allianzen (angeführt von den USA, UK, Kanada, Australien, Neuseeland), die massenhaft Überwachungsdaten teilen.
  • Das Risiko: Ein VPN-Anbieter mit Sitz in den USA oder UK kann gesetzlich gezwungen werden, Nutzerdaten herauszugeben – und darf Ihnen oft nicht einmal davon erzählen ("Gag Order").
  • Der sichere Hafen: Suchen Sie Anbieter in Ländern wie Panama, den Britischen Jungferninseln oder der Schweiz. Diese Länder haben keine Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung und kooperieren nicht automatisch mit internationalen Geheimdiensten.

Vertrauen testen: Audits, Canaries & RAM

Wie können Sie sicher sein, dass ein Anbieter die Wahrheit sagt? Achten Sie auf diese drei harten Beweise:

1. Unabhängige Audits (Der Goldstandard)

Behauptungen sind billig. Top-Anbieter öffnen ihre Tür und Tor für externe Prüfer (wie PwC, Deloitte oder Cure53). Diese Experten durchwühlen den Code, die Server-Konfigurationen und die Mitarbeiter-Laptops, um zu bestätigen: "Ja, hier wird wirklich nichts gespeichert." Achten Sie auf das Datum des letzten Audits – es sollte nicht Jahre zurückliegen.

2. Warrant Canaries (Der Kanarienvogel)

Ein "Warrant Canary" ist eine regelmäßig aktualisierte Erklärung auf der Webseite des Anbieters, die bestätigt: "Wir haben keine geheimen gerichtlichen Anordnungen erhalten." Wenn diese Erklärung plötzlich verschwindet, ist das ein stiller Alarm: Der Anbieter wurde kompromittiert oder gezwungen, Daten herauszugeben.

3. RAM-Only Server (Diskless)

Das ultimative technische Sicherheitsnetz. Traditionelle Server speichern Betriebssystem und Logs auf Festplatten. Wenn jemand den Stecker zieht, bleiben die Daten erhalten. RAM-Only Server laufen komplett im flüchtigen Arbeitsspeicher. Sobald der Server neu gestartet, beschlagnahmt oder vom Strom getrennt wird, sind alle Daten physikalisch, unwiederbringlich weg.

Sollten Sie kostenlosen VPNs vertrauen?

Die harte Wahrheit: Server kosten Geld. Entwickler kosten Geld. Bandbreite kostet Geld. Wenn ein VPN kostenlos ist, zahlen Sie nicht mit Euro, sondern mit Ihren Daten. Studien haben gezeigt, dass viele Gratis-VPN-Apps Tracker enthalten, Malware einschleusen oder sogar Ihre Bandbreite an andere Nutzer verkaufen (Botnet-Gefahr).

Für echte Privatsphäre ist ein geprüftes No-Logs-VPN die einzige Wahl. Es ist die Versicherung, dass Ihre digitalen Geheimnisse auch wirklich geheim bleiben – selbst wenn die Welt kopfsteht.